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Die Gebr. Niendorf waren ehrgeizig. Sie holten sich, wie die Firmenchronik vermerkt, den angesehenen Konstrukteur Schröder eigens aus Berlin und setzten im übrigen auf die erfahrensten Tischlergesellen der Region. Flügel wurden in fünf verschiedenen Größen gebaut -vom kleinen Salonflügel bis zum Orchester-Konzert-Flügel. So wie heute arbeitete man in erster Linie für den Export. Die Instrumente wurden in ganz Europa und in Übersee hoch geschätzt. Lange Tradition hat ihren Wert im Wachstum der Erfahrung, die weitergegeben wird. Allein der Trocknungs- und Reifungsprozeß des Holzes beansprucht langjährige, umsichtige Pflege. Diese Kontinuität macht gerade im Klavier- und Flügelbau die Substanz eines Unternehmens aus. |
1937 übernahm Riese, Hallmann & Co das Unternehmen. Kurze Zeit später kam der große Niedergang, wie bei allen Unternehmen, die nicht für die Rüstung und für den Krieg produzierten. |
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1946 als Deutschland sich aus Schutt und Asche erhob, wurde auch in Luckenwalde wieder produziert - zwar in kleinem Rahmen, aber die Menschen hatten ihr Wissen über die Wirren des Krieges gerettet, und der Wille neu zu beginnen, beflügelte im wahrsten Sinne des Wortes. |
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1950 gingen die ersten Klaviere und Flügel in die damalige Sowjetunion. Rasch steigerte sich die Produktion, und bereits 19 57 konnten die alten Handelsbeziehungen wieder aufgenommen werden. Der gute Klang eines qualitätsträchtigen Namens hatte überlebt. Finnland, Holland, Libanon, Südafrika, Indien, Australien, Venezuela - sie waren alle wieder da. |
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1972 wurde zwangsverstaatlicht und zentralisiert. Der kleine aber feine Luckenwalder Betrieb war nun Betriebsteil der Deutschen Piano-Union Leipzig. |
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1989 kam die Wende. Der Treuhand-Betrieb hieß nun Märkische Pianofortefabrik Luckenwalde, wechselte aber schon wenig später zur mittlerweile privatisierten Leipziger Pianofortefabrik GmbH: Die Mitarbeiter hofften auf einen soliden Neuanfang - leider vergeblich. Die Schließung drohte. Das Unternehmen sollte seinen 100. Geburtstag offensichtlich nicht erleben. |
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1996 am 1.Mai kaufte Regina Rotsch, eine langjährige Mitarbeiterin, das Unternehmen. Seitdem führt sie es mit ihrem Ehemann, Michael Rotsch. Über 50 % der Mitarbeiter sind seit mehr als 20 bzw. 30 Jahren dabei. Mit anderen Worten: Die Substanz ist erhalten. Auch wenn heute moderne Fertigungstechnologie bei der Herstellung hilft, bleibt der hörbare Unterschied, der im Fingerspitzengefühl und der Erfahrung der Spezialisten liegt, die mit Hand, Auge und Ohr für kompromißlose Qualität sorgen, wie sie dem alten und neuen Namen Niendorf entspricht. |
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